Der Wechsel des Studiengangs hatte bei mir tiefgreifende Veränderungen nach sich gezogen. Nüchtern betrachtet fand ein kompletter Austausch der Kommilitonen statt - aus ca 80 vertrauten Gesichtern wurden ca 80 unbekannte. Dass man sich im Alltag nun nicht mehr über den Weg läuft, war für mich kein Grund, Freundschaften (oder wie ich sie jetzt nenne: Bekanntschaften) einschlafen zu lassen. Über ein anfängliches Interesse, wie mein neuer Studiengang denn wäre und wie es mir dabei ginge, kam sonst nichts weiter in meine Richtung. Rückblickend stellt sich mir nun die Frage, ob der gemeinsame Studiengang wirklich die einzige Schnittmenge zu bisherigen Freunden war, wenn sich jetzt nach dem Wechsel keiner mehr so richtig meldet. Und ja, ich hab mich gemeldet - jedenfalls ist das meine Sicht der Dinge. Freundschaft sollte immer ein Geben und Nehmen sein, denke ich.
Vielleicht wäre auch die Frage angebracht, ob fruchtbare Freundschaften nur zu studiengangfremden Mitmenschen möglich sind? Zumindest fiele da die Möglichkeit einer Zweckfreundschaft weg und die Wahrscheinlichkeit ist höher, dass man aufgrund gemeinsamer Interessen zusammenfindet. Man sagt, wahre Freunde sind für einen da, wenn man sie braucht. Nun, das war ja der Fall - solange man einen gemeinsamen Weg gegangen ist; solange man sich öfter über den Weg gelaufen ist. Was eine Freundschaft wert ist, erfährt man aber wohl immer erst, wenn der gemeinsame Weg sich trennt.
Vertrauter, hochqualitativer Inhalt in einer neueren und schickeren Verpackung. Hergezogen von: http://funtastisch.blogger.de/
Dienstag, 30. November 2010
Dienstag, 16. November 2010
frisch verliebt
Schon seit über zwei Wochen geht sie mir nicht mehr aus dem Kopf. Jedes mal, wenn ich an ihr vorüberging, konnte ich meinen Blick nicht von ihr lassen. So ein fesselndes Augenziel, so zierlich und sanft und wunderschön! Ich musste sie einfach haben! Heute dann endlich fasste ich mir ein Herz und wurde aktiv. Ich ging in den Laden und sprach die Verkäuferin an: "Was kostet die blaue Lichterkette dort im Schaufenster? Die muss ich haben!!" Ich hatte mir fest vorgenommen, höchstens 15 Euro dafür zu bezahlen. Schön hin oder her, es ist und bleibt eine Lichterkette! Dann der Schock: "29.60 kostet sie." Die Verkäuferin telefonierte weiter und ich überlegte. Als sie fertig war und mich erwartungsvoll anschaute meinte ich: "Für 25 Euro nehme ich sie mit!" Sie schien überrascht und entgegnete lächelnd: "Sie wollen doch nicht etwa mit mir handeln?" Doch ohne wirklich eine Antwort auf die Frage abzuwarten zückte sie einen Katalog und einen Taschenrechner und kam zum Ergebnis, dass diese schwedische Designerlichterkette eigentlich über 32 Euro kosten solle aber sie wäre bereit, auf 26 Euro runter zu gehen. Ich willigte ein und freute mich doppelt. Das Objekt der Begierde erstanden und meine erste und zugleich erfolgreiche Preisverhandlung!
Morgen gehe ich zum Lamborghini-Autohaus.
Foto: Macht Robert Geburtstagsfreude: schöne blaue Lichterkette.
Morgen gehe ich zum Lamborghini-Autohaus.
Foto: Macht Robert Geburtstagsfreude: schöne blaue Lichterkette.
Sonntag, 7. November 2010
Nieselregen
Wie ein Junkie fühlte ich mich, als ich 6:56 vor der Apotheke stand und auf Einlass wartete. Die Kopfschmerzen vom Vortag waren über Nacht stärker geworden und haben ab etwa 4 Uhr morgens einen erholsamen Schlaf unmöglich gemacht. Nachdem ich endlich die gewohnte Dosis käuflich erworben hatte, verließ ich den Drugstore Richtung Macces. Ich hatte bisher noch keine Gelegenheit, das Frühstücksangebot zu testen und falls doch, war es zu lange her, dass ich mich dran erinnern konnte. Mit schmerzverzerrtem Gesicht bestellte ich ironischerweise ein Goodmorning Sandwich mit Käse und Bacon und einen Cappuccino. Bevor ich aber in das herzhafte Sandwich biss, warf ich mir zwei Tabletten ein. Die Schmerzen sollten endlich aufhören, egal wie. Erleichterung trat ein und ich widmete mich meinem Frühstück. Mit gefülltem Magen und von einer übelschmeckenden Flüssigkeit verbrannten Zunge trottete ich dann nach Hause. Es dämmerte und die dunkle Nacht verwandelte sich langsam in einen dunkelgrauen Morgen. Leichter Regen fiel, kaum spürbar und trotz der Witterung und frühen Tageszeit herrschte reges Treiben in der Stadtmitte. Je näher ich meiner Wohnung kam, desto ruhiger wurde es um mich herum. Schmerzfrei hole ich mir jetzt das, was ich brauche - ein paar Stunden erholsamen Schlaf.
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