Warum die Amsel kein beheiztes Haus hat und im Dreck nach Nahrung sucht:
Nach Adam Smith ist die Quelle des Produktivitätszuwachses die Arbeitsteilung und der Kapitaleinsatz. Warum hat die Amsel also kein beheiztes Haus? Naja, welche Amsel hätte denn Zeit, so etwas zu erfinden und zu bauen? Jede Amsel ist ja den ganzen Tag damit beschäftigt, Subsistenzarbeit zu leisten. Arbeit also, die ihrem Selbsterhalt dient. So suchen sie den ganzen Tag lang Futter, jede Amsel für sich (Nachwuchs füttern mal ausgenommen) und haben dadurch keine Zeit für andere Dinge.
Nach Adam Smith wäre die Lösung die Arbeitsteilung: eine Amsel sucht Nahrung für zwei, damit die andere Amsel Zeit hat, Häuser zu bauen. Um ein Haus zu erwerben, bezahlt sie die hausbauende Amsel mit Futter - eine Tauschwirtschaft entsteht. Zwei Amseln wohnen jetzt in einem schönen Haus und nur noch eine Amsel sucht im Dreck - super, oder?!
Jetzt versuchen wir noch, die Produktivität durch noch mehr Arbeitsteilung zu steigern:
Eine dritte Amsel kommt und verbuddelt Obst im Boden, was mehr leckere Würmchen anlockt. Sie macht dies halbtags und die andere Hälfte des Tages hilft sie der futtersuchenden Amsel und "erntet" das Futter. Beide erwirtschaften so viel mehr, als sie selbst zum fressen brauchen und auch, als die hausbauende Amsel braucht. Dadurch entschließt sich eine vierte Amsel, Heizungen zu erfinden und zu bauen. Sie hat Zeit dafür, denn sie wird ja mit Futter versorgt, ohne dass sie es selbst suchen muss.
Eine Amselkultur entsteht, wo Amseln in beheizten Häusern wohnen und nur noch wenige von ihnen im Dreck nach Nahrung suchen. :)
Foto: Könnte durch Arbeitsteilung ein viel schöneres Leben haben: Amsel.
Vertrauter, hochqualitativer Inhalt in einer neueren und schickeren Verpackung. Hergezogen von: http://funtastisch.blogger.de/
Freitag, 21. Januar 2011
Montag, 10. Januar 2011
der perfekte weite Wurf
Aufgrund der ungebrochen hohen (inneren) Nachfrage nutze ich meine Lernmittagspause und schreibe endlich mal etwas darüber, wie man Steine möglichst weit werfen kann.
Alles fing früh in meiner Kindheit an, wo sich nicht zuletzt im Sportunterricht mein zweifelhaftes Talent feststellen lies, kleinere Objekte mit meinem rechten Arm (genau genommen: ganzem Körper) zu beschleunigen. So kam es, dass ich beim Schlagballweitwurf in der 6. Klasse einen Schulrekord aufstellte und in der Turnhalle nicht mehr mitwerfen durfte, da ich an die gegenüberliegende Wand warf wo ich unschöne Spuren hinterließ. Nicht unerwähnt bleiben darf, dass zum Weitwerfen das rechtzeitige Loslassen gehört. Mein peinlichstes Erlebnis war, als mir der Ball bei einer Leistungskontrolle aus der Hand rutschte und 1 m HINTER mir zum liegen kam.
Viel angenehmer zu werfen als die Schlagbälle sind aber Steine. Scheibenförmig müssen sie sein oder oval und eben gut in der Hand liegen. Zum perfekten Steinweitwurf braucht man nur 3 Finger. Am wichtigsten ist hierbei der Zeigefinger, der den Stein von oben umschließt. Er gibt ihm beim Abwurf eine stabilisierende Flugbahn durch die Rotation und das Strecken des Zeigefingers beschleunigt den Stein zusätzlich. Hier liegt auch das Geheimnis der Wurfweite: möglichst viele Körperteile in den Wurf mit einbeziehen, um somit den Beschleunigungsweg zu verlängern. Braucht man die Füße zum weit Werfen? Ganz klar: ja! Die Knie auch? Na logo! Drei Schritte Anlauf braucht es schon, um den Körper ein- und zum Wurf wieder explosiv auszudrehen. Um es bildhaft zu illustrieren: sagen wir, eine Pistolenkugel verlässt den Lauf mit 1000 km/h. Stellen wir uns jetzt vor, der Schütze rennt in einem fahrenden Zug (200 km/h) in Fahrtrichtung (mit 20 km/h). Somit summieren sich die Geschwindigkeiten der Kugel auf 1220 km/h auf. Wieder aufs Werfen zurückgeführt kommt die meiste Kraft sicher durch den Arm. Der Arm besteht aber schon aus vielen kleinen Gelenken, die Weg verrichten und somit Geschwindigkeit bringen. Zeigefinger, Handgelenk, Ellbogen, Schulter. Dann dreht sich der Rumpf mit ein (und aus) und beschleunigt dadurch den gesamten Arm und die Beinarbeit macht das Übrige.
Das Resultat ist eine fließende Bewegung und ein für mich wahnsinnig schönes Gefühl, dem Stein hinterher zu schauen, wie er fliegt. Ich erinner mich, am Gardasee bei Sonnenuntergang Steine ins Wasser geworfen zu haben - ein Traum! Und ja, es ist mir durchaus bewusst, wie verrückt das gerade klingt aber wer schon mal mit mir zusammen Steine geworfen hat, wird mich ein klein wenig verstehen. :)
Bild: Sommer 2007 in Dresden an der Elbe.
Alles fing früh in meiner Kindheit an, wo sich nicht zuletzt im Sportunterricht mein zweifelhaftes Talent feststellen lies, kleinere Objekte mit meinem rechten Arm (genau genommen: ganzem Körper) zu beschleunigen. So kam es, dass ich beim Schlagballweitwurf in der 6. Klasse einen Schulrekord aufstellte und in der Turnhalle nicht mehr mitwerfen durfte, da ich an die gegenüberliegende Wand warf wo ich unschöne Spuren hinterließ. Nicht unerwähnt bleiben darf, dass zum Weitwerfen das rechtzeitige Loslassen gehört. Mein peinlichstes Erlebnis war, als mir der Ball bei einer Leistungskontrolle aus der Hand rutschte und 1 m HINTER mir zum liegen kam.
Viel angenehmer zu werfen als die Schlagbälle sind aber Steine. Scheibenförmig müssen sie sein oder oval und eben gut in der Hand liegen. Zum perfekten Steinweitwurf braucht man nur 3 Finger. Am wichtigsten ist hierbei der Zeigefinger, der den Stein von oben umschließt. Er gibt ihm beim Abwurf eine stabilisierende Flugbahn durch die Rotation und das Strecken des Zeigefingers beschleunigt den Stein zusätzlich. Hier liegt auch das Geheimnis der Wurfweite: möglichst viele Körperteile in den Wurf mit einbeziehen, um somit den Beschleunigungsweg zu verlängern. Braucht man die Füße zum weit Werfen? Ganz klar: ja! Die Knie auch? Na logo! Drei Schritte Anlauf braucht es schon, um den Körper ein- und zum Wurf wieder explosiv auszudrehen. Um es bildhaft zu illustrieren: sagen wir, eine Pistolenkugel verlässt den Lauf mit 1000 km/h. Stellen wir uns jetzt vor, der Schütze rennt in einem fahrenden Zug (200 km/h) in Fahrtrichtung (mit 20 km/h). Somit summieren sich die Geschwindigkeiten der Kugel auf 1220 km/h auf. Wieder aufs Werfen zurückgeführt kommt die meiste Kraft sicher durch den Arm. Der Arm besteht aber schon aus vielen kleinen Gelenken, die Weg verrichten und somit Geschwindigkeit bringen. Zeigefinger, Handgelenk, Ellbogen, Schulter. Dann dreht sich der Rumpf mit ein (und aus) und beschleunigt dadurch den gesamten Arm und die Beinarbeit macht das Übrige.
Das Resultat ist eine fließende Bewegung und ein für mich wahnsinnig schönes Gefühl, dem Stein hinterher zu schauen, wie er fliegt. Ich erinner mich, am Gardasee bei Sonnenuntergang Steine ins Wasser geworfen zu haben - ein Traum! Und ja, es ist mir durchaus bewusst, wie verrückt das gerade klingt aber wer schon mal mit mir zusammen Steine geworfen hat, wird mich ein klein wenig verstehen. :)
Bild: Sommer 2007 in Dresden an der Elbe.
Freitag, 7. Januar 2011
ein kleines Gefühl von Armut
Meine EC-Karte war kaputt. Zum zweiten Mal in zwei Monaten! Der Magnetstreifen hatte mal wieder den Geist aufgegeben und hier in Chemnitz kam ich an mein Berliner Sparkassen-Konto nicht ran. So stand ich also vorgestern an der Zenti und wollte mir, hungergetrieben, ein halbes Hühnchen kaufen. Fünf Euro hatte ich noch bei mir und das musste ausreichen, bis die neu beantragte Geldkarte per Post bei mir ankommt. "Mit Brötchen oder ohne?" fragte mich der Verkäufer, als er das leckere Halbtier einpackte - da ratterte es in meinem Kopf: Kostet das Brötchen extra oder ist es im Preis einbegriffen? Ich muss mit den übrigen 2.50 € vielleicht noch ein paar Tage hinkommen. Soll ich wirklich Geld für ein trockenes Brötchen ausgeben?? Arm kam ich mir vor und ein wenig traurig blickte ich auf die angebotenen Brötchen, von denen ich mir keins kaufen "durfte".
Gestern kam dann die lang ersehnte Geldkarte und es war ein wirklich gutes Gefühl, wieder über Bargeld zu verfügen. Dinge, die man sonst kaum zu schätzen weiß. Heute kauf' ich mir gleich mal ein Brötchen!
Gestern kam dann die lang ersehnte Geldkarte und es war ein wirklich gutes Gefühl, wieder über Bargeld zu verfügen. Dinge, die man sonst kaum zu schätzen weiß. Heute kauf' ich mir gleich mal ein Brötchen!
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