Freitag, 21. Januar 2011

Fabelhafte Volkswirtschaftslehre

Warum die Amsel kein beheiztes Haus hat und im Dreck nach Nahrung sucht:

Nach Adam Smith ist die Quelle des Produktivitätszuwachses die Arbeitsteilung und der Kapitaleinsatz. Warum hat die Amsel also kein beheiztes Haus? Naja, welche Amsel hätte denn Zeit, so etwas zu erfinden und zu bauen? Jede Amsel ist ja den ganzen Tag damit beschäftigt, Subsistenzarbeit zu leisten. Arbeit also, die ihrem Selbsterhalt dient. So suchen sie den ganzen Tag lang Futter, jede Amsel für sich (Nachwuchs füttern mal ausgenommen) und haben dadurch keine Zeit für andere Dinge.
Nach Adam Smith wäre die Lösung die Arbeitsteilung: eine Amsel sucht Nahrung für zwei, damit die andere Amsel Zeit hat, Häuser zu bauen. Um ein Haus zu erwerben, bezahlt sie die hausbauende Amsel mit Futter - eine Tauschwirtschaft entsteht. Zwei Amseln wohnen jetzt in einem schönen Haus und nur noch eine Amsel sucht im Dreck - super, oder?!

Jetzt versuchen wir noch, die Produktivität durch noch mehr Arbeitsteilung zu steigern:
Eine dritte Amsel kommt und verbuddelt Obst im Boden, was mehr leckere Würmchen anlockt. Sie macht dies halbtags und die andere Hälfte des Tages hilft sie der futtersuchenden Amsel und "erntet" das Futter. Beide erwirtschaften so viel mehr, als sie selbst zum fressen brauchen und auch, als die hausbauende Amsel braucht. Dadurch entschließt sich eine vierte Amsel, Heizungen zu erfinden und zu bauen. Sie hat Zeit dafür, denn sie wird ja mit Futter versorgt, ohne dass sie es selbst suchen muss.

Eine Amselkultur entsteht, wo Amseln in beheizten Häusern wohnen und nur noch wenige von ihnen im Dreck nach Nahrung suchen. :)


Foto: Könnte durch Arbeitsteilung ein viel schöneres Leben haben: Amsel.

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