Montag, 27. Dezember 2010

Weihnachten zuhause

Die Studentenbude ist eher spärlich eingerichtet, auch wenn ich mir Mühe gegeben habe, es mir gemütlich zu machen. Es ist eine WG, was bedeutet, dass es nicht wirklich meins ist - nicht mein Zuhause. Es ist eben für die Studienzeit eine Bleibe, in der ich halbwegs gern meine Zeit verbringe.
Weihnachten heißt es dann: "driving home for Christmas" und auch wenn Berlin für mich mit Heimat verbunden ist, sind es doch nicht nur die positiven Gefühle, die man damit verbinden sollte.
Als Kind war es so einfach und zentral. Die Eltern waren noch zusammen und mein Bruder war auch da. Jeder hatte sein Zimmer und das Wohnzimmer war festlich geschmückt. Alles war warm und vertraut - zuhause eben. Heut haben Mom und Dad neue Partner. Die vertraute Wohnung hat eine andere Handschrift und mein Zimmer ist ein unpersönliches Gästezimmer geworden. Weihnachten ist jetzt eher stressig und es sind mittlerweile 4-5 Stationen, die ich "abklappern" muss, um jeden der Familie besucht zu haben. Überall bin ich dann zu Gast und das so bekannte Weihnachtsgefühl mag nicht richtig aufkommen. Nach einer Weile wurde mir bewusst, was mir fehlt. Es war eben das Gefühl, zuhause zu sein. Da zu sein - angekommen eben. So wie ich es von damals kenne wird es in Berlin sicher nie mehr sein und es wird auch sicher noch einige Zeit dauern, bis ich ein eigenes Zuhause habe. An einem fremden Ort in einer fremden Stadt. Was macht eine Bleibe eigentlich zum Zuhause? Wenn es soweit ist, werde ich es wissen.

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